Am 5. November 2026 wurde vor der LIBE-Kommission des Europäischen Parlaments eine Strategie zur Bekämpfung der industriellen Produktion synthetischer Drogen in Europa präsentiert. Die Präsentation hielt ein Vertreter des Zentralem Ermittlungsbüros der Polizei (CBŚP) und wies auf das Ausmaß des Phänomens sowie die Notwendigkeit von Änderungen in den EU-Vorschriften zu chemischen Vorstufen hin. Die Debatte bot die Gelegenheit, operative Erfahrungen sowie die Rolle der Plattform EMPACT bei der Koordinierung der Maßnahmen auf europäischer Ebene zu erörtern.
Umfang der Produktion in Polen
Im Rahmen der Sitzung wurde betont, dass die Europäische Union nicht länger ausschließlich der Absatzmarkt für Substanzen ist, die von anderen Kontinenten geschmuggelt werden, sondern zu einem der zentralen Produktionszentren für synthetische Drogen geworden ist. Die Daten der Europäischen Drogen- und Drogenabhängigkeitsbeobachtungsstelle deuten auf einen dramatischen Anstieg der Zahl illegaler Laboratorien hin. Gemäß dem European Drug Report 2026 befanden sich von den 63 gemeldeten Produktionsstätten für synthetische Katinone in der EU im Jahr 2024 gleich 47 auf dem Gebiet Polens. Die Präsentation basierte auf diesen Statistiken sowie auf der Analyse der Veränderungen der Art des europäischen Drogenmarktes.
Operation OSA und Ergebnisse der Maßnahmen
Als Beispiel für die Effektivität der internationalen Zusammenarbeit wurden die Ergebnisse der Operation OSA vorgestellt. Im Rahmen der Aktion, die in Zusammenarbeit mit ukrainischen Strafverfolgungsbehörden durchgeführt wurde, wurden drei illegale Laboratorien zur Produktion unter anderem von Methadon und alpha-PVP geschlossen. 15 Personen wurden festgenommen, und die Behörden sicherten 268 kg Methadon sowie 153 kg alpha-PVP. In den vor den Europaabgeordneten zitierten Unterlagen wurde hervorgehoben, dass diese Operation ein weiterer Beweis für die Möglichkeit ist, wirksam gegen internationale kriminelle Strukturen vorzugehen, die für den industriellen Maßstab der Drogenproduktion verantwortlich sind.
Auswirkung auf das europäische Recht
Ein wesentlicher Bestandteil der Debatte war die Diskussion über die Reform der EU-Vorschriften zu Drogenvorstufen. Es wurde dargelegt, dass das Ziel der neuen Vorschriften darin besteht, den Zugriff von Kriminellen auf für die Drogenproduktion notwendige Substanzen bereits vor Beginn der illegalen Tätigkeit zu erschweren. Die in den neuen Vorschriften enthaltenen Verwaltungsmechanismen sollen eine Barriere für organisierte Kriminalitätsguppen darstellen. Auch die Bedeutung des Pakts über Bedrohungen im Zusammenhang mit synthetischen Drogen, der im Juni 2025 während der polnischen Präsidentschaft vom EU-Rat angenommen wurde, wurde erwähnt. Dieses Dokument weist die Plattform EMPACT als eines der wichtigsten Instrumente zur Bewältigung dieser Bedrohungen aus.
